{"count":16599,"next":"https://api.tatortrechts.de/incidents/?format=json&page=1003","previous":"https://api.tatortrechts.de/incidents/?format=json&page=1001","results":[{"id":878,"description_highlighted":null,"title_highlighted":null,"location":{"id":1974,"house_number":null,"street":null,"postal_code":"15806","district":null,"city":"Zossen","county":"Teltow-Fläming","state":"Brandenburg","geolocation":{"type":"Point","coordinates":[13.44803,52.21551]}},"chronicle":{"id":1,"created_at":"2021-02-14T00:10:14.668491Z","updated_at":"2021-05-03T20:48:54.389654Z","name":"Opferperspektive","description":"Die Opferperspektive bietet seit 1998 im Land Brandenburg eine professionelle Beratung für Betroffene rechter Gewalt und rassistischer Diskriminierung, deren Freundinnen, Angehörige und Zeuginnen an. 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(a.i.d.a) sowie durch die Arbeit der Opferberatungs- und Antidiskriminierungsstelle BEFORE, aber auch auf Grund von Zusendungen von weiteren Münchner Organisationen und Einzelpersonen entsteht ein (unvollständiges) Bild davon, welche Aktivitäten rechter Gruppen und diskriminierende Vorfälle es in München (sowohl in der Stadt, als auch im Landkreis) gibt.","url":"https://muenchen-chronik.de","chronicle_source":"https://muenchen-chronik.de/chronik/","iso3166_1":"DE","iso3166_2":"DE-BY","region":"München"},"sources":[{"id":18729,"created_at":"2021-02-14T00:16:07.779062Z","updated_at":"2021-02-19T02:15:16.645368Z","rg_id":"https://muenchen-chronik.de/8-maerz-2014-afd-wahlkampfstand-mit-rechtem-burschenschafter/","name":"Quelle: a.i.d.a.","url":null,"date":null,"incident":15710}],"created_at":"2021-02-14T00:13:05.636833Z","updated_at":"2021-02-14T00:13:05.636846Z","rg_id":"https://muenchen-chronik.de/8-maerz-2014-afd-wahlkampfstand-mit-rechtem-burschenschafter/","url":"https://muenchen-chronik.de/8-maerz-2014-afd-wahlkampfstand-mit-rechtem-burschenschafter/","title":"AfD – Wahlkampfstand mit rechtem Burschenschafter","description":"Immer wieder berichten Medien von einer zunehmenden Einflussnahme rechter Burschenschaften auf die „Alternative für Deutschland“ (AfD). „Rechte Burschenschaften werben für die AfD“ schrieb der SPIEGEL im Oktober 2013. Im Bundestagswahlkampf war das auch in München zu beobachten, als Burschenschafter der radikalen „Burschenschaft Danubia“ und andererer rechten Korporationen im August 2013 an einer Kundgebung mit dem AfD-Sprecher Bernd Lucke auf dem Marienplatz teilnahmen.\n\n\nAuch im Münchner Kommunalwahlkampf werden nun die Verknüpfungen zwischen der AfD und extrem rechten Burschenschaften deutlich. Benjamin Nolte wirbt zusammen mit dem bayerischen AfD-Landesvorsitzenden André Wächter (München/Coburg) an einem AfD-Infostand an der Münchner Freiheit für die Partei.\n\n\nDie offizielle AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“ (JA) hatte Nolte auf ihrem zweitägigen „Bundeskongresses“ am 1./2. Februar 2014 in Fulda zum zweiten stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt. Der bayerische AfD-Landesverband freute sich damals auf seiner Website: \n„Zwei neue Gesichter aus Bayern haben es in den 9-köpfigen Vorstand geschafft. Herzliche Glückwünsche an Benjamin Nolte (2. stellv. Vorsitzender) und Angeline Hoffmann (Beisitzer).“\n\n\nDer 31-Jährige Nolte (München) entstammt dem ultrarechten Dachverband „Deutsche Burschenschaft“ (DB). Einige Zeit gehörte er der „Brünner Burschenschaft Libertas zu Aachen“ an, zu der Zeit diente er zeitweise seinem Dachverband auch als „Verbandsobmann für Politik und Kultur“. Im „Nachrichtenblatt“ der „Deutschen Burschenschaft“ (Ausgabe 307) erschien eine Meldung von Noltes Rücktritt von diesem Verbandsamt:\n\n\n„Auf Grund seiner Beteiligung an den Vorfällen des BT \n[Burschentag, Anmerkung a.i.d.a.] \n2009 trat der gewählte Verbandsobmann für Politik und Kultur, Vbr. Benjamin Nolte (B! Libertas Brünn zu Aachen), auf der 4. ordentlichen Verbandsratssitzung im GJ 2008/2009 am 11. September 2009 in Franfurt von seinem Amt zurück.“\n\n\nDie Aachener „Libertas“ vermeldete Noltes Austritt aus der eigenen Burschenschaft im Nachrichtenblatt (Februar 2010). Näheres über die „Vorfälle“ auf dem „Burschentag“ erfuhr die Öffentlichkeit damals zunächst nicht. Hinweise dazu geben aber die Tagungsunterlagen des „Burschentages“ 2012 (Stuttgart), die im Zuge großer Auseinandersetzungen innerhalb der DB an die Öffentlichkeit gelangt sind. Der Dachverband hat die Echtheit dieser Dokumente nie bestritten, viele Medien berichteten daraufhin aus dem Innenleben der extrem rechten Korporationen. In den Tagungsunterlagen war unter dem Punkt 10.14 „Antrag der Vereinigten Berliner Burschenschaft Thuringia (AHV) auf Ausschluss der Münchener Burschenschaft Danubia“ in der Begründung unter anderem zu lesen:\n\n\n„Aktivisten der Neonaziszene haben mehrfach an Veranstaltungen der Danubia teilgenommen. Zu Vorträgen auf dem Haus Danubia werden seit Jahren rechtsextreme Vortragende – u. a. Stäglich, Krebs, Deckert und Schwab – eingeladen. 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Der geschädigte Schüler befand sich zu einem Praktikum in einer Firma. Dort wird er mit den Worten: “Sieg Heil”, “Wenn ich noch mal sehe, dass du so langsam arbeitest, komme ich und zerschlage den Besen auf dir!”, “Was denkst du, was sie zu Hitlers Zeiten mit dir gemacht hätten – du hättest einen Kopfschuss bekommen!” und “Nein, erstmal hätte man ihm in die Knie geschossen!” beleidigt und bedroht. Als er die Firma verlassen will, wird er vom Geschäftsinhaber aufgehalten und dieser äußert zu seinen Mitarbeitern: “…der ist freigegeben, ihr könnt machen mit ihm, was ihr wollt, geht aber hinter mit ihm!”. Er wird zu Boden gedrückt, der Kopf mit den Händen zusammengepresst. Anschließend wird sein Gesicht mit Dreck eingerieben.","date":"2014-03-06","orig_city":"Spremberg","orig_county":"Spree-Neiße","orig_address":null,"contexts":null,"factums":null,"motives":null,"tags":null},{"id":15711,"description_highlighted":null,"title_highlighted":null,"location":{"id":275,"house_number":null,"street":null,"postal_code":"81667","district":"Haidhausen","city":"München","county":"München (Stadt)","state":"Bayern","geolocation":{"type":"Point","coordinates":[11.595008,48.134488]}},"chronicle":{"id":11,"created_at":"2021-02-14T00:10:14.706382Z","updated_at":"2021-05-03T20:48:54.431130Z","name":"München Chronik","description":"Durch die Recherche- und Dokumentationsarbeiten der Fachinformationsstelle Rechtsextremismus in München (FIRM) und der antifaschistischen Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München e. V. 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Referenten sind Ewald Stadler (A-St. Pölten) und Karl Albrecht Schachtschneider (Berlin).Beworben wird die Veranstaltung von den Münchner AfD-Stadtratskandidat_innen Wilfried Biedermann (Listenplatz 5) und Iris Wassill (Listenplatz 6). Die Einladungen im Namen von Biedermann und Wassill tragen das große, blau-rote AfD-Logo und werden u. a. bei der AfD-Veranstaltung mit Parteisprecher Bernd Lucke in München (26. Februar 2014) sowie beim „Politischen Aschermittwoch“ der AfD in Osterhofen (5. März 2014) verteilt. In den Online-Kalendern auf der AfD-Bayern-Internetseite wird der Abend hingegen verschwiegen, was daran liegen könnte, dass sich mit diesem Abend die AfD München-Ost deutlich am rechten Rand positioniert.Der Burschenschafter Ewald Stadler war hochrangiger Politiker der österreichischen Rechtsaußenparteien FPÖ und BZÖ und zog 2011 als Nachrücker ins EU-Parlament ein. Er wurde laut dem Fachinformationsdienst „Blick nach rechts“ (Mai 2013) von der extrem rechten „Gesellschaft für freie Publizistik“ (GfP) für deren Kongress im Juni 2013 (\n„Von Versailles nach Brüssel – Deutschland zahlt immer“)\n als Referent angekündigt. Die GfP, die 1960 von ehemaligen NSDAP-Funktionären und SS-Leuten gegründet wurde, ist die gewichtigste extrem rechte „Kulturvereinigung“ im deutschsprachigen Raum. Sie kümmert sich um die Vernetzung des extrem rechten mit dem neonazistischen Spektrum und setzt sich für Holocaustleugner ein. Bei der Europawahl 2014 tritt Stadler für die neue christlich-fundamentalistische Splitterpartei „Rekos“ an.\n\nDer Jurist Prof. Dr. Karl Albrecht Schachtschneider war bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2005 Professor für Öffentliches Recht an der Universität Erlangen-Nürnberg. Als Referent ist er mehrfach vor Gruppierungen am rechten Rand aufgetreten, zuletzt u. a. am 17. Oktober 2013 bei einer Konferenz des rechten „Compact“-Magazins von Jürgen Elsässer.\n\n\nWilfried Biedermann, früher Kreisvorsitzender des „Bund freier Bürger“ (BfB) in München, begrüßt die „liebe(n) Mitstreiter der AfD“ und die Gäste, insgesamt sind weit über 100 Besucher_innen erschienen. Unter ihnen weilt auch Emmanuel Bordez, \nSecretary General\n der ultrarechten „Europe of Freedom & Democracy“ (EDF)-Fraktion im europäischen Parlament. Burschenschafter der extrem rechten „Burschenschaft Danubia“ aus München sind da, auch Reinhard Hornberger, Bezirksvorsitzender der „Republikaner“ (REP), schaut bei der Veranstaltung vorbei.\n\n\nEwald Stadler zeigt bei seiner Rede zunächst das Bild eines Kunstwerks aus einem Gebäude der Europäischen Union und legt gegen Freimaurer los: \n„dieser Geist weht da: das ist eine Steinsetzung, eine maurerische Steinsetzung (…). Für jeden Eingeweihten sofort erkennbar: aha, da bin i daheim, mit dem blauen Schurz, ja, nämlich das Winkeleisen. Darauf die Bruderkette. Unter dem Winkeleisen und der Bruderkette is a Weltkugel, damit man weiß, unter wessen Kontrolle und Macht die Welt zu stehen hat“\n.  \n„Dieser Geist“\n habe, so Stadler, \n„nur eines im Sinne, dieser Geist möchte sozusagen eine von den Nationen und von allen Werten losgelöste neue Weltordnung einrichten“\n. Dafür gibt es kräftigen Applaus im oberen Stockwerk des „Hofbräukellers“. Der amtierende österreichische Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) wird von Stadler ebenfalls antimasonistisch attackiert: \n„Unser Bundeskanzler is a Freimaurer, der hat praktisch überhaupt keine Außenpolitik mehr.“ \n\n\nAuch andere extrem rechte Ressentiments bedient der Referent. Den aus einer burgenländisch-kroatischen Familie stammenden, früheren österreichischen Kanzler Fred Sinowatz (SPÖ) nennt Stadler den \n„Mann mit der großen Nase aus Kroatien“\n. Das europäische Parlament dürften \n„wir Europäer (…) nicht zu einer Quatschbude für die Amerikaner verkommen lassen“\n. Die Europäische Union müsse eine christliche, abendländische Einrichtung sein und die Türkei habe „natürlich“ nichts in der Union verloren. Was alles genauso beklatscht wird wie Stadlers Verfolgungsangst und seine antiziganistische Phrase:\n „Das was ich Ihnen jetzt gesagt habe, wird wahrscheinlich in a paar Monaten oder in paar Jahren schon strafbar sein“.\n Was Stadler damit meint? \n„Die in Österreich angesiedelte Beobachtungsstelle gegen Diskriminierung soll aufgewertet werden in eine Behörde, eine eigene EU-Behörde zur Überwachung von Toleranz, ja, das heißt, sie dürfen dann bestimmte Dinge nicht mehr sagen, bis hin zum sogenannten Antiziganismus, sie dürfen dann zum Zigeuner nimmer Zigeuner sagen“\n.\n\n\nDer zweite Referent des Abends, Karl Albrecht Schachtschneider, zeigt sich angetan: \n„Herzlichen Dank für diesen lebendigen Vortrag, Herr Stadler, ich kann nur sagen, dass ich ausdrücklich jeden Satz gut finde“\n. Obwohl Schachtschneiders eigener Vortrag vor allem staatsrechtliche Fragen behandelt, streift auch er ein paar mal die extrem rechten Dauerbrenner: er beklagt beispielsweise, dass eine „OneWorld“ geschaffen werden solle und verweist auf Thilo Sarrazin \n(„Der Moralismus, unter dem wir so schrecklich leiden, der von der Meinungsäußerungsfreiheit und der Redefreiheit nur wenig übriglässt“)\n. Schachtschneider kritisiert auch die AfD: \n„da ist manches so ein bisschen zu zahm, zu zäglich“\n.\n\n\nDas Publikum ist begeistert und gibt immer wieder großen Zwischenapplaus, auch bei steilen Thesen Schachtschneiders: \n„Natürlich ist die europäische Währungsunion eingerichtet worden, damit sie scheitert“, „Der Euro muss abgeschafft werden“\n oder \n„also ich würde dafür plädieren, die europäische Union in Gänze abzuschaffen“\n. Der Schluss von Schachtschneiders Rede ist antimuslimisch: \n„Viel wichtiger als die Wirtschaftspolitik und die Währungspolitik (…) ist natürlich die Kulturpolitik und die Religionspolitik. (…) Eins dürfte klar sein, dass eine islamische Politik in keiner Weise in Deutschland und Europa gerechtfertigt werden kann.“\n Dies sei \n„die Schicksalsfrage für Europa. Sonst ist alles andere gar nichts, wenn das Land, unser Land, wir müssen auch an die Kinder und Enkelkinder denken, wenn das Land irgendwann durch die Macht der Bäuche islamisiert ist.“ \n\n\nDr. Dieter Berger, Beirat im Vorstand der AfD München-Ost, bedankt sich in der abschließenden Fragerunde: \n„Ich glaube, im Namen aller oder zumindest der großen Mehrheit zu sprechen, wenn ich sage, dass dies die interessanteste und informativste Informationsveranstaltung der AfD im Kommunalwahlkampf Münchens war“.","date":"2014-03-06","orig_city":"München, Au - Haidhausen","orig_county":null,"orig_address":null,"contexts":"Diskussions-/Vortragsveranstaltung öffentlich","factums":"","motives":"Antiziganismus, Islamfeindlichkeit, Nationalismus, Verschwörungsideologien","tags":"Alternative für Deutschland (AfD), Burschenschaft Danubia, Compact, Die Republikaner (REP), Freimaurer, Iris Wassill, Jürgen Elsässer, Reinhard Hornberger, Wilfried Biedermann"}]}