{"count":16599,"next":"https://api.tatortrechts.de/incidents/?format=json&page=705","previous":"https://api.tatortrechts.de/incidents/?format=json&page=703","results":[{"id":15601,"description_highlighted":null,"title_highlighted":null,"location":{"id":537,"house_number":null,"street":null,"postal_code":"80802","district":"Schwabing","city":"München","county":"München (Stadt)","state":"Bayern","geolocation":{"type":"Point","coordinates":[11.59135,48.15304]}},"chronicle":{"id":11,"created_at":"2021-02-14T00:10:14.706382Z","updated_at":"2021-05-03T20:48:54.431130Z","name":"München Chronik","description":"Durch die Recherche- und Dokumentationsarbeiten der Fachinformationsstelle Rechtsextremismus in München (FIRM) und der antifaschistischen Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München e. V. 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Foto: a.i.d.a.\n\n\nDer Text auf den DINA4-großen Blättern, für den Elsässer selbst als Autor verantwortlich ist, trägt die Überschrift „Nizza: Wir sind im Krieg“. In dem Pamphlet schreibt der „Compact“-Chefredakteur im Zusammenhang mit dem Terroranschlag in Nizza vom 14. Juli 2016 unter anderem: „Wenn wir uns schützen wollen, müssen wir ab sofort jedem Muslim gegenüber vorsichtig sein! (…) Wahnsinn und Islam, das ist nämlich kein Widerspruch, sondern passt wie Arsch auf Eimer.“ Weiter heißt es auf dem ausgedruckten Flugblatt: „Wann wird unser Innenminister endlich eine Freiwilligenmiliz bilden, die der Polizei beim Aufpassen hilft? Erst, wenn auch die Alsterpromenade von Hamburg mit Leichen gepflastert ist?“\n\n\nEin ähnlicher Vorfall ereignet sich am \n20. August 2016\n erneut.","date":"2016-08-04","orig_city":"München, Altstadt - Lehel, Schwabing - Freimann","orig_county":null,"orig_address":null,"contexts":"Aufkleber/Plakataktion, Öffentlicher Raum allgemein","factums":"Propagandaaktion","motives":"Gegen Geflüchtete, Islamfeindlichkeit","tags":"Compact, Jürgen Elsässer"},{"id":5829,"description_highlighted":null,"title_highlighted":null,"location":{"id":1644,"house_number":null,"street":null,"postal_code":"04103","district":null,"city":"Leipzig","county":"Leipzig (Stadt)","state":"Sachsen","geolocation":{"type":"Point","coordinates":[12.38594,51.3452]}},"chronicle":{"id":4,"created_at":"2021-02-14T00:10:14.682569Z","updated_at":"2021-05-03T20:48:54.400237Z","name":"RAA Sachsen","description":"Die RAA Sachsen e.V. wurde Anfang der 1990er Jahre vor dem Hintergrund zunehmender rechtsextremistischer Gewalt im Freitstaat Sachsen - nicht zuletzt der ausländerfeindlichen Übergriffe im September 1991 in Hoyerswerda - auf Initiative der Freudenberg Stiftung und der RAA Neue Länder gegründet. 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Einen entsprechenden Bericht von Radio Dresden bestätigte die Bundespolizeiinspektion Dresden auf Anfrage. Die aufgemalten Leichenumrisse sind jenen nachgeahmt, wie sie an Tatorten von den Kriminalisten angefertigt werden.\n\nSeit etwa zwei Wochen sind solche Zeichnungen an Bahnhöfen im Landkreis Leipzig, Chemnitz, Heidenau, Königstein und Dresden wiederholt aufgetaucht. Die Täter verteilten rote Flüssigkeit, die wie Blut aussieht, um die vermeintlichen Tatorte. An einigen Umrissen legten sie außerdem Zettelchen aus, auf denen Parolen wie „Migration tötet“ standen. Die Bundespolizei schaltete deswegen den Staatsschutz ein, der für politisch motivierte Taten zuständig ist.\n\nVor dem sächsischen Landtag wurden Ende Juli vier Männer erwischt, während sie menschliche Konturen aufsprühten. Nach Angaben der Polizeidirektion Dresden bekannte sich die „Identitäre Bewegung“, eine rechtsextreme Strömung, zu den asyl- und fremdenfeindlichen Angriffen. 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Eine Heldin sei Gerda Taro gewesen, die am 26. Juli 1937 im Spanischen Bürgerkrieg ums Leben kam. Sie war einen Tag zuvor während eines Angriffs der deutschen Legion Condor von einem Panzer überrollt worden. Bis zuletzt hatte sie das Grauen des Krieges dokumentiert; ihre Fotos erschienen in verschiedenen Zeitungen. „Sind meine Kameras gut aufgehoben?“, sollen ihre letzten Worte gewesen sein.\n\nTaro wurde 1910 in Stuttgart als Gerta Pohorylle geboren, zog 1929 mit der Familie nach Leipzig. Die junge Frau wehrt sich gegen den um sich greifenden Antisemitismus. Auf dem Weg zu einer Tanzveranstaltung verteilt sie Flugblätter gegen die Nazis, im März 1933 wird sie verhaftet, kommt aber nach kurzer Zeit wieder frei und setzt sich mit einer Freundin nach Frankreich ab. In Paris lernt sie im September 1934 den ungarischen Fotografen André Friedmann kennen und lieben, wird seine Schülerin. Beide erfinden sich im Exil neu. Er nennt sich nun Robert Capa, sie Gerda Taro.\n\nCapa wurde einer der bedeutendsten Kriegsfotografen – und auch ihn führte der Weg nach Leipzig. Berühmtheit erlangte neben vielen anderen sein Foto „Der letzte Tote des Krieges“, das den gefallenen US-Soldaten Raymond J. Bowman in Leipzig in der Jahnallee 61 zeigt.\n\nGerda Taros Beerdigung am 1. August 1937 auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris wurde zu einer Demonstration gegen den Faschismus. Tausende folgten ihrem Sarg, angeführt von Pablo Neruda. Wenig später geriet sie jedoch weitgehend in Vergessenheit. 1970 wurde in Leipzig eine Straße nach ihr benannt. Sie liegt nur gut 100 Meter entfernt von dem Ort, wo jetzt die Tafeln beschmiert wurden.\n\nAuch Peter Hinke, Leiter der Connewitzer Verlagsbuchhandlung, ist entsetzt über die Zerstörung. Er kommt dort jeden Morgen auf dem Weg zum Kindergarten vorbei. „Das war eine richtig gute Sache in einer Stadt, in der viele vielleicht nicht so viel mit der Person Gerda Taro anfangen konnten.“ Einer Intuition folgend habe er mehrere Aufnahmen von den Tafeln gemacht – bevor die Vandalen sie zerstörten. Wie es nun an der Straße des 18. Oktober weitergeht, ob die Tafeln womöglich erneuert werden, ist unklar. Die Macher des Fotofestivals f-stop waren am Donnerstag nicht zu erreichen. Die Polizei gehe des Sache nach, sagte eine Sprecherin.\n\nVon Jürgen Kleindienst\n\nNicht nur für viele Leipziger waren die 21 Tafeln in der Straße des 18. Oktober eines der interessantesten Projekte des Fotografiefestivals f-stop, das vom 25. Juni bis 3. Juli in Leipzig stattfand. In Wort und Bild wurde hier an die Fotografin Gerda Taro erinnert, eine Jüdin und überzeugte Sozialistin, die in Leipzig lebte und 1933 vor den Nazis nach Paris floh. In der Nacht zu Donnerstag wurden die Tafeln zerstört, mit schwarzer Teerfarbe überpinselt. Die Täter haben sich keine Mühe gegeben, die Spuren zu verwischen. Im Gras sind noch Farbkleckse zu sehen. Es musste offenbar schnell gehen. 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